Herzlich willkommen auf der Homepage des "Beobachters"

 

 

Schweren Herzens geben wir bekannt, dass unser lieber Vater, Opa und Uropa

 

Herr

Josef Fercher

"Der Beobachter"

 

leider für immer von uns gegangen ist.


Nachruf – „Sepp Fercher“

 

Josef Peter Fercher, besser bekannt als Fercher Sepp wurde am 23. Feber 1947 als zweites von drei Kinder geboren. Sein Vater Josef arbeitete zu dieser Zeit als Installateur-Gehilfe und seine Mutter Albine in der Pappenfabrik in Steinfeld.

Eher in bescheidenen Verhältnissen aufwachsend interessierte sich Sepp schon als Volksschüler für den Fußball.

 

Trotz der finanziell schwierigen Situation wurde es ihm, vor allem dank des unermüdlichen Arbeitswillen seiner Mutter Albine ermöglicht das Konvikt Gymnasium in Lienz zu besuchen. Dieses schloss Sepp auch vorbildlich ab.        Dennoch ging es nach dem Gymnasium in die Maurerlehre zur örtlichen Baufirma Kolbitsch.

 

Zu dieser Zeit lebte Sepp mit seinen Eltern und den Geschwistern Irene und Heimo in den Personalhäusern in der Rottensteiner-Straße, wo er auch seine zukünftige Frau Elisabeth kennen und lieben gelernt hat.

Am 01. August 1970 wurde geheiratet, und noch im Dezember desselben Jahres kam Tochter Alexandra zur Welt.

 

Mit der eigenen Familie musste auch der eigene Wohnraum geschaffen werden. Es wurde ein Wohnhaus im Gartenweg zur Miete genommen.

Während seine Lisbeth neben der Tochter auch noch beim Gabor in Spittal gearbeitet hat, zog es Sepp, wie so viele andere auch zu dieser Zeit, auf Großbaustellen nach Deutschland. Von dort ging es nur an den Wochenenden nach Hause.

 

Unter der Woche hielt sich Sepp immer mit Lauftrainings selbst fit um an den Wochenenden als „Stopper“ der Steinfelder Fußball-Kampfmannschaft bereit zu sein.

Auf Grund seiner Fähigkeit, Bälle mit solcher Wucht vom eigenen Tor wegzuschlagen, dass diese sprichwörtlich in den Wolken zu verschwinden schienen wurde Sepp von seinen Fußballkameraden  liebevoll „Wolke“ genannt.

 

Im Juni 1974 erblickte Sohn Hannes das Licht der Welt. Zu dieser Zeit war Sepp von Deutschland zurückgekehrt und hatte sich bereits zum Maurer-Polier hochgearbeitet und war folglich beim Bau der UNO-City in Wien, beim Bau der Kölnbreinsperre und später beim Bau der Tauernautobahn im Liesertal beteiligt.

 

1980 folgte der Umzug in die neue Wohnung in die Waldstraße, wo Sepp bis zuletzt gelebt hat. Im September 1981 kam das dritte Kind, Sohn Simon, zur Welt.

Frau Lisbeth kümmerte sich fortan als Hausfrau ausschließlich um das Wohlergehen der Familie und Sepp musste wieder auswärts zur Arbeit gehen.

Diesmal führte ihn sein Weg nach Innsbruck, wo er bei der Firma Teerag-Asdag als Hauptpolier 25 Jahre lang für Tiefbaubaustellen im ganzen Bezirk Innsbruck verantwortlich war und auch sehr geschätzt wurde.

 

Als die Fußballkarriere sich dem Ende zuneigte, wuchs die Begeisterung für den Tennissport und es wurde der Tennisclub Steinfeld mit Sepp als eines von vier Gründungsmitglieder gegründet. Dort bekleidete er auch für geraume Zeit das Amt des Obmannes.

 

Auch wurde Sepp zum passionierten Bergsteiger. Er hat auf seinen zahlreichen Bergtouren auch oft seinen Sohn Hannes mitgenommen und war auf jeder Hütte weitum ein gern gesehener Einkehrer. Natürlich  wurde damals schon jede Tour dokumentiert und chronologisch abgeheftet.

 

Ende der 80er und in den 90er Jahren hat sich der Vereinsmensch „Sepp Fercher“ mit vollem Elan für den Stocksport engagiert. Neben seiner Tätigkeit als Eismeister und zeitweilig als Sektionsleiter der Stockschützen wurde gemeinsam mit seiner Lisbeth im Winter die Kantine des Eislaufplatzes in Steinfeld bewirtschaftet.

 

Sepp, der sich leidenschaftlich um das Eisstock-Training von Sohn Simon kümmerte und somit maßgeblichen Anteil an den zahlreichen nationalen und internationalen Titeln seines Sohnes hatte, war selbst mehrfacher Kärntner Meister und Teilnehmer der Staatsmeisterschaften im Eisstockschießen in der Disziplin Zielschießen.

 

Alles war perfekt – Er selbst, die Frau, die Kinder und mittlerweile Enkelkinder gesund und zufrieden und selbst schon erfolgreich auf deren Wegen. Finanziell gab es keine Sorgen mehr – und dann kam der Juni 2006.

 

Nicht mehr lange zur Pension wurde Sepp durch einen Arbeitsunfall schwerst verletzt und folglich auf einen unglaublichen Leidensweg mit unzähligen Operationen geschickt. Die Beine und das Becken zertrümmert und gequetscht, einer Amputation und für einige Zeit dem Tode nahe kümmerte sich seine Lisbeth selbstlos Tag und Nacht, Woche für Woche, Monat für Monat um den an unerträglichen Schmerzen leidenden Sepp – bis er sich mit seinem unbändigen Willen allen ärztlichen Prognosen zum Trotz wieder auf seine eigenen Beine stellen konnte.

 

Sepp konnte natürlich keine seiner zahlreichen Hobbys mehr ausüben, aber das Interesse daran hat er dennoch nicht verloren.

So wuchs in ihm seine neue Leidenschaft – „Das Beobachten“

 

 

Anfänglich wurden Spielanalysen und Spielerkritiken der Steinfelder Fußball-Kampfmannschaft verfasst. Im Laufe der letzten fast 10 Jahre wurde daraus eine umfangreiche und vor allem immer objektive Berichterstattung aller Ereignisse in der Gemeinde.

Seine Homepage wurde zum täglichen „Muss“ für viele Gemeindebürger.

Seine unverwechselbare Art zu schreiben  wurde nicht nur in Steinfeld sondern weit über die Gemeindegrenzen hinaus geschätzt.

Man kann sagen, Sepp Fercher wurde zur Institution für das sportliche und kulturelle Gemeinwesen in der ganzen Region und weithin als                            „DER BEOBACHTER“ bekannt.

 

Dies wurde im Mai dieses Jahres auch in außerordentlich hohem und ehrenvollem Maße von Seiten der Gemeinde und deren sämtlicher Vereine honoriert.

Sepp wurde der Ehrenring der Marktgemeinde Steinfeld überreicht und er selbst urkundlich zum Ehrenringträger der Marktgemeinde Steinfeld ernannt.

 

Die letzten 3 Jahre seines Weges waren von vielen Schicksalsschlägen gekennzeichnet.

Im Jänner 2019 verstarb nach 49 Ehejahren seine Frau Elisabeth nach einer kurzen, schweren Krebserkrankung. Zur selben Zeit wurde auch Sepp selbst ein Krebsleiden diagnostiziert. Selbst das hat ihn nicht daran gehindert, so gut es ging und unermüdlich seine ehrenamtliche Tätigkeit fortzusetzen.

 

Doch im August dieses Jahres sollte das Schicksal endgültig seinen Lauf nehmen und den scheinbar Alles ertragenden Sepp ans Ende seines erfüllten Weges führen.

 

Josef Peter Fercher

Vater, Opa und Uropa

verstarb am 04.Oktober 2021 im 75. Lebensjahr wohl vorbereitet und von seiner Familie liebevoll begleitet im Pflegeheim in Steinfeld.

 

Ruhe in Frieden

 

 

                                                                                                                     Verfasst von:  Simon Fercher