Ausflug einer Abordnung der TK Steinfeld nach Longare (I)

     

      Am 16. Dezember 2017 durfte eine Abordnung der Trachtenkapelle Steinfeld den Weihnachtsmarkt der Stadt Longare in der Region Vicenza besuchen. Die Verbindung für diesen Austausch knüpfte Neo-Steinfelder Flavio Toniolo (wohnhaft in der Singerhofstraße). Dank seines Engagements und seiner sorgfältigen Organisation konnten 7 junge Musiker und eine Musikerin den doch nicht so schmalen Weg nach Longare antreten. Die Fahrt wurde durch die gute Musik unseres DJ Tommy (Thomas Granig) zu einem Katzensprung - und als uns einmal das Busfahren zu monoton wurde, packten wir unsere Instrumente auf einer italienischen Raststation aus und spielten zur Freude vieler LKW-Fahrer „Eviva Espana“.  Mit dem dazugewonnenen Trink- und Spritgeld fuhr unser Bus noch zügiger Richtung Endstation.....

 

 

.....nach vier Stunden Fahrzeit wurden wir gleich nach der Ankunft von mehreren Offiziellen der 6000 Einwohnerstadt empfangen und in das schön dekorierte Stadtamt geladen. Mit Hilfe einer Übersetzerin begrüßte uns nun der Bürgermeister feierlich und erzählte uns einiges Wissenswertes über die Geschichte der Gemeinde und zu Ihrer Verbindung mit Österreich. Nach der Ansprache des Bürgermeisters drückten auch wir unsere Freude über die Ehre unseres Aufenthaltes aus und schossen bei dieser Gelegenheit noch rasch ein Foto zum Andenken. Ab diesem Zeitpunkt spürten wir, dass wir in Longare willkommen waren und dass dieser Ausflug ein Erfolg werden könnte.....

 

 

.....da wir ein wenig überraschend alle bei verschiedenen Familien nächtigten, trat kurz Stille und Skepsis ein. „Ich kann ja kein Wort Italienisch?“. Augen zu und durch… .  Nach einer Stunde der Trennung trafen wir uns wieder und konnten sofort erkennen, dass die vorher bestehenden Ängste sich in pure Freude verwandelt hatten. Aufgeregt erzählten wir von unseren abenteuerlichen Erfahrungen. Viele nächtigen bei großen Winzern, die uns eine Führung auf ihren teilweise 20ha großen Anwesen gaben; andere bei gleichaltrigen Trendsettern, die mit ihrer italienischen Coolness unseren sonst so hartgesottenen Jungs ein Lächeln eines Kleinkindes vor dem Christbaum ins Gesicht zauberten. Unsere Hauptaufgabe war es natürlich, die Gemeinde Steinfeld bzw. die Kärntner Kultur gebührend zu präsentieren.....

 

 

.....unser Freund Flavio hatte am Weihnachtsmarkt einen Stand, wo er unter Anderem Gulaschsuppe, Preiselbeerbrot, Hauswürstl und Glühmost feilbot, während wir in Steinfelder Tracht für alpenländische Musik sorgten. Es wurden natürlich nicht nur Weihnachtslieder gespielt, sondern auch Klassiker, wie der Schneewalzer, James Last-Hits, oder der Zillertaler Hochzeitsmarsch. Trotz unseres relativ jungen Durchschnittsalters konnten wir sicherlich das Niveau eines alteingesessenen Ensembles erreichen, was ganz gewiss an dem zusätzlichen Schuss Freude und Ehre lag, unsere Heimatgemeinde vertreten zu dürfen. Wir beschlossen diesen wunderbaren Tag in einer Nobelpizzeria bei „originaler“ Pizza und gutem Weißwein.....

 

 

.....auch am zweiten Tag spielten wir mit Freude auf dem Markt, der an diesem Tag unter dem Motto „Mittelalter“ stand. Mit stauenden Augen konnten wir in unseren Pausen erleben, wie vor Jahrhunderten Seile, Schuhe, Münzen etc. per Hand hergestellt wurden. Durch die große Begeisterung des italienischen Publikums verlängerten wir unseren Auftritt sogar um zwei Stunden, bevor wir unsere Heimfahrt antraten. Man merkte das höhere Gewicht unseres Busses, der sicherlich einige Flaschen Wein und Oliven (das meiste davon Geschenke unserer Gastfamilien) zusätzlich an Bord hatte. Alles in Allem war es ein sehr gelungenes Wochenende in Longare, welches wir sicherlich nicht vergessen werden. Die Erfahrungen und das Kennenlernen einer anderen Kultur und ihrer Menschen eröffnete uns sicher weitere Perspektiven. Unser großer Dank dafür gilt Flavio Toniolo.....

 

.....unser Bus erreichte nach 40 Stunden wieder Steinfelder Boden - unter Absingen des Schneewalzers und stimmkräftiger Beteiligung aller Insassen.

      Aus musikalischer Sicht was es für mich als Kapellmeister ein Zeichen, dass die Trachtenkapelle in der Vergangenheit und Gegenwart eine perfekte Jugendarbeit geleistet hat und weiter leistet. An dieser Stelle erlaube ich mir, Bernd Brandner, Franz Wirth und Hermann Klocker, dafür einen herzlichen Dank auszusprechen. 

   Meiner Meinung nach ist die Blasmusik für Jugendliche wieder „nice und cool“. Ein passendes Zitat zum Abschluss: Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers. 

                                                                                                  Erich Kramer

 

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